Du gehst weg oder Loslassen fällt so schwer (29.04.90 um 7:40) | ||
| Die Minuten danach, sie sind schön.
Du bist eigentlich noch da, doch das gibt sich. Leere zieht ein, ich schnüffle am Sofakissen, es riecht nach Sandelholz, nach Dir. Du bist weg, eben warst Du noch da. Ich rufe Dich, Du antwortest nicht. Ich schließe die Augen und bin noch immer selig, ich öffne sie, und Du bist weg. Ich fasse es kaum. Wieder und wieder die Couch, die Sektgläser, eines davon mit Lippenstift, alles bleibt so, ich will es bewahren, doch öffne ich die Augen, bist Du nicht mehr da, wo Du eben noch warst. In mir die Erfülltheit, im Zimmer die Leere. Miami Vice lenkt ab. Hier will ich schlafen, beim Sandelholz, bei Dir, |
doch das bekommt mir sicher nicht.
So gehe ich ins Bett, lasse das Zimmer so wie es ist. Wieder schließe ich die Augen und sehe Dich wie vorhin, bin glücklich und unglücklich und weiß, daß ich Dich liebe, und weiß, daß Du mich liebst, und sehe, Du bist nicht mehr da. Trotzdem schlafe ich ein, versuche am nächsten Tag, nicht an Dich zu denken, zu fühlen, zu verlangen. Es gelingt mir nicht. Schließlich rufe ich an. Es tut weh. Die Sofakissen riechen noch nach Dir, aber Du bist weit weg. Wärst Du doch nicht gegangen... wäre ich doch nie gegangen. | |